Lindencenter Einkaufszentrum und Ärztehaus
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Im Einkaufszentrum keimt Hoffnung

Das Lindencenter hat schon bessere Tage gesehen. Mit einem neuen Management soll es jetzt wieder aufwärts gehen.

Von Jörg Mattern. Stralsund (Ostsee-Zeitung). „Ladenflächen zu vermieten.“ Ein Computerausdruck auf DIN A 4 in einem leeren Schaufenster macht auf die Misere im Lindencenter aufmerksam. Es ist nicht die einzige Scheibe, hinter der es still ist. In beiden Etagen des Grünhufer Einkaufszentrums lassen sich schnell zehn leerstehende Geschäfte zählen. Andere klammern sich mit billigen Preisen an den Standort. „Für jeden etwas“ verheißt die Reklame eines Discount-Kaufhauses. Auf großer Fläche wird ein buntes Sortiment für wenig Geld verramscht. „Zehn Prozent Nachlass aufs ganze Sortiment“ verspricht ein An- und Verkauf.

„Es ist etwas tot hier“ stellt Ulrike Brandt fest, die mit dem kleinen Bruno und ihrer Mutter Andrea durchs Lindencenter bummelt. „Seit der Plus-Markt hier raus ist, haben viele Läden aufgegeben. Das ist schade, denn eigentlich ist es hier klein und überschaubar“, sagt Andrea Brandt. Sie ahnt, was nötig ist: „Hier fehlt ein Laden, der andere anlockt.“ Den wünscht sich auch Raimond Machotta vom Textilhaus Schulze. Das verkauft anspruchsvolle Bekleidung, hat seinen Stammsitz in Richtenberg und die Außenstelle im Lindencenter. „Wir brauchen ein ansprechendes Umfeld, in dem nicht nur Schnäppchen angeboten werden“, sagt der Geschäftsinhaber.

Apothekerin Ruth Hildebrand-Lowack bestätigt zwar die Misere, ist aber nicht ohne Hoffnung. „Das Lindencenter lässt sich nicht mit Toplagen vergleichen“, sagt sie, die zu den ältesten Mietern des 1994 eröffneten Einkaufszentrums gehört. „Aber es wird gebraucht für die Nahversorgung des Wohngebiets.“ Grünhufe, das sind für die Apothekerin nicht nur Plattenbauten mit Wohnungen zu vernünftigen Mieten, sondern ebenso die Einfamilienhäuser in Viermorgen. Zur Nahversorgung gehört auch die Apotheke. Und weil Ruth Hildebrand-Lowack ans Lindencenter glaubt, hat sie zusätzliche Fläche angemietet. Gemeinsam mit ihrer Apothekenleiterin Stefanie Dorow hat sie ein Konzept entwickelt für ein Mutter-Kind-Beratungszentrum, das dort seinen Platz finden wird.

Die Apothekerin ist nicht die einzige, die am Lindencenter Vorzüge entdeckt hat. Enrico Zabel ist mit seinem Vodafone-Shop im April hier eingezogen. „Ich habe etwas gesucht, wo möglichst keine Konkurrenz nebenan ist“, erzählt der 22-Jährige und freut sich. „Es funktioniert, die Kundschaft kommt nicht nur aus dem Wohngebiet, sondern auch von den Dörfern am Rande der Stadt. Das Lindencenter hat Zukunft.“ Diese Überzeugung dürfte Musik in den Ohren von Beate Gebauer sein. Sie vermarktet mit ihrer Immobilienmanagement-Firma seit letztem November das Einkaufszentrum, konzipiert die Werbung, betreut die Mieter und versucht, neue vom Standort zu überzeugen. „Im Falle des Mobilfunk-Shops und des nagelneuen Schreibwarenladens ,Kritzelkrakel‘ ist das schon ganz gut gelungen“, sagt Beate Gebauer. Doch die Immobilienmanagerin weiß: „Wir brauchen wieder einen Anker-Mieter, wie es der Plus-Markt war. Nur das bringt dringend benötigte Kundenfrequenz.“ Die 42-jährige Geschäftsfrau weiß, wovon sie spricht, betreut sie doch drei weitere Standorte in Brandenburg.

Gerne hätte sie für die freien 1000 Quadratmeter des Discounters wieder einen Lebensmittler ins Center geholt. Doch alle Anstrengungen in diese Richtung schlugen fehl. Interessenten, die sich vor Ort umschauten, bemängelten vor allem die Lage der Fläche, den versteckten Eingang hinter der Rolltreppe, den weiten Weg bis zum Parkplatz und vor allem die Nähe der Konkurrenz. Der Netto-Markt liegt gleich nebenan.

Beate Gebauer hat jedoch nicht locker gelassen. Sie steht in Verhandlungen mit einem großen Anbieter aus dem Non-Food-Bereich. „Der Vertrag ist unterschriftsreif“, sagt sie und will vorher noch nicht sagen, wer die 1000 Quadratmeter anmieten will. Glaubt man Gerüchten im Center , konzentrieren diese sich auf einen der großen Discounter im Bekleidungsgeschäft.

Beate Gebauer ist optimistisch: „Wenn ich den Ankermieter habe, schaffe ich es, den Rest auch noch zu vermieten. Schon am 1. September öffnet der nächste Laden mit russischen Spezialitäten. Ihr Optimismus reißt mit. Nicht nur in Apotheke und Schreibwarenladen vertraut man ihrem Elan. Auch Raimond Machotta sagt: „Ich hoffe ganz stark, dass sich bis Jahresende hier etwas ändert. Dafür hat Frau Gebauer die volle Unterstützung aus dem Haus.“

(Quelle: Ostsee-Zeitung, 21.08.2010)

 
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